Samstag, 10. November 2012

Das Lob der Trägheit

Letztens, zu den Präsidentenwahlen in den USA, war ich in eine Diskussion verwickelt. Was eigentlich wäre ein Grund, Mitt Romney zu wählen?

Da meinte einer, Obama könne man nicht wählen, vor allem wenn man von der christlichen Seite her komme.

Aber, Rmoney (Tippfehler beabsichtigt) sei ja geradezu die Verkörperung von einigen Todsünden, meinte ich. Zum Beispiel die Habgier.

Aber hier mal die sieben Todsünden:

Hochmut. Neid. Zorn. Trägheit. Habgier. Völlerei. Wollust. (Unter "Wollust" verstand ich lange Zeit das, was meine Grossmutter so gerne tut, nämlich mit Wonne Wolle zu Socken zu verstricken.)

Bei der Rörschersche zu den sieben Todsünden driftete ich ab und entdeckte die Holzstiche, die zu diesem Thema von Hieronymus Cock (*1510 – † 1570) nach Zeichnungen von Peter "der Drollige" Bruegel angefertigt wurden.

Ich fragte mich nur, welche Gewürzmischung geraucht und wieviele Kisten Sekt aufgebrochen und wieviele Lustknaben gebucht wurden, während diese Holzstiche entstanden. Wer denkt sich sowas aus, biddeschön?




Die EULE auf dem DUSCHVORHANG! Die war mittendrin dabei und hat mir nichts davon gesagt!



Und etwa so dürfte der Schaffensprozess selbst ausgesehen haben (Zeichner nicht im Bild):


Und nach getanem Kunstschaffen wurden die Opfer sorgsam von Ratten gepflegt:



Und das alles im 16. Jahrhundert. Es war eine tolle Zeit, früher war sowieso alles vieeel besser und ich durfte nicht dabeisein. :(


Aber diese Bilderserie zu den sieben Todsünden ist faszinierend. Und nun ist es meine Aufgabe, das Bild "Trägheit" zu kolorieren:



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