Freitag, 28. Oktober 2011

Dr. Norden - Literaturkritik

Literaturkritik – Dr. Norden – Nr. 223

 
Es gibt immer einen Ausweg

Franzi fasst mit Dr. Nordens Hilfe wieder Mut


„35 Jahre“ prangt gross auf dem schlichten, blau roten Cover des Dr. Norden Romans. Und auch die Aussage der „Über 180 Millionen verkaufte[n] Exemplare“ lässt mich Grosses erahnen.


Am Anfang lernt man Franziska Rühl kennen. Sie ist morgens früh in der S-Bahn auf dem Weg zu Dr. Norden. Zwischen Männern und Burschen eingezwängt, von Knoblauchdunst und lauten Stimmen umgeben, kippt das labile Mädchen schliesslich zusammen. Die taffe junge Frau in Jeans und Pelzjacke kümmert sich um die ohnmächtige Franzi und weist die neugierigen Gaffer forsch zurück. Sie stellt sich als medizinisch technische Assistentin Anna Franke heraus und lässt einen Notarzt kommen. Der junge Notarzt stellt sich ungeschickt an, und wird von Anna zur Schnecke gemacht. Franzi wird in die Behnisch-Klinik gebracht, wo Anna arbeitet.


Dr. Norden und seine reizende Hilfe Loni machen sich währenddessen schon grosse Sorgen um Franzi. Kurz darauf wird Dr. Daniel Norden auch schon von Dieter Behnisch in die Klinik bestellt. Worauf sich Loni auch schon herzlichst nach Franzi erkundigt „Was ist mit dem Dirndl?“.


So nimmt die Geschichte ihren Lauf, und man hat schon die wichtigsten Figuren kennengelernt. Franziska Rühl, als das „arme Hascherl“ das vom Pech verfolgt wird, und nur auf eine Erlösung von irgendwem hofft. Und schon trifft Anna Franke in ihr Leben. Die unübersehbare Namensähnlichkeit mit der Hoffnungsträgerin Anne Frank ist hierbei wohl auch kein Zufall. Der Notarzt Dr. Volker Dietz als Retter in Not, und sowieso als Arzt, lässt immer Hoffnung keimen, wo immer er auch auftauchen mag. Und auch Dr. Norden, der stets alles wieder gerade biegt, wie sonst könnte man auch über 1500 Romane mit seinem Titel verfassen?!


Das arme Hascherl Franzi verbringt nun einige Tage in der Klink um sich wieder zu erholen, baut dabei mit Anna eine herzensbrecherisch schöne Freundschaft auf. Es stellt sich heraus, dass Franzi bald keine Wohnung mehr hat, und sowieso schon lange kein Geld mehr, weil ihre Eltern nichts mehr bezahlen und sie keine Arbeit mehr hat. Anna nimmt sie natürlich selbstlos bei sich auf.


Franzis Leben wird bestimmt durch die Liebe zu ihrer Geige. Per Zufall lernt sie dann auch den Markus Wagreiter, Enkel ihres Geigenbauers, kennen, der ihr viel Geld bietet, damit die Geige wieder zurück in die Familie kommt. Franzi will die Geige natürlich nicht verkaufen, da sie ihr sehr wichtig ist. Also verlieben sich die beiden ineinander und so kommt die Geige schlussendlich doch in seine Familie zurück.


Auch Anne, die anfangs noch behauptete, sie würde nie heiraten wollen, hat sich unsterblich in den Notarzt Dr. Dietz verliebt, den sie zu Beginn noch schroff zurückwies, weil er ja so jung und unerfahren war. Doch dann bekommt er eine Praxis – zufälligerweise im selben Dorf wo Markus wohnt.


Alles läuft super im Leben der Figuren, Franzis Mutter will sich sogar von ihrem Ehemann scheiden lassen, dieser verstirbt jedoch am Tag nach der Ankündigung. Selbst bei dieser Angelegenheit stecken alle unter einer Decke und halten wie eine grosse, heile Familie zusammen.


Schlussendlich heiratet Anne ihren Volker Dietz und sie führen die Praxis auf dem Lande gemeinsam. Ein halbes Jahr später heiratet auch Franzi ihren Markus und wohnt somit wieder in der Nähe ihrer Busenfreundin Anne. Alle sind glücklich und zufrieden, und wie es so kommen muss, Anne wird schwanger. Ein halbes Jahr darauf passiert das auch bei Franzi. Schnulzigerweise tauft Anne ihr Kind nach Franzis Ehemann, das Kind heisst somit Markus Dietz. Und auch Franzi gibt Anne die Ehre und die kleine Anna Wagreiter erblickt ein halbes Jahr später das Licht der Welt.


Ich muss ehrlich sagen, ich habe nicht viel erwartet von dieser Lektüre. Doch ich glaube, ich darf ehrlich sagen, selbst meine geringen Erwartungen wurden bei weitem untertroffen.


In den ersten paar Sätzen lernt man die Hauptfigur kennen, ein armes, mitleiderregendes Mädchen. Schon bald wird einem klar, dass sie die Opferrolle übernimmt in der Geschichte. Die gute Seite wird durch all die Leute von der Klink dargestellt. Sie alle helfen dem armen Mädchen, päppeln sie wieder auf, und durch die Klinik lernt sie auch ihren späteren Ehemann kennen. Ihr Vater spielt die böse Rolle, er hat seine Ehefrau betrogen, ist mit einer Anderen abgehauen, hat Franzi nie Geld gegeben, und hat sie somit in die ganze Situation getrieben. Er erhält jedoch dann auch seine gerechte Strafe, indem sich zuerst seine Frau von ihm scheiden lassen will, seine neue Freundin ihn verlässt und er dann auch gerade noch abkratzt, als er alles bezahlen sollte.


Somit ist auch bei diesem Arztroman die grundlegende Struktur der Trivialliteratur erfüllt (Opfer – Gut – Böse). Sobald sich irgendwo ein Problem, oder eine Schwierigkeit ergibt, kommt garantiert eine Person aus der Gut-Fraktion und bringt schnell eine perfekte Lösung für die Schwierigkeit.


Die Figuren bringen meist Probleme aus früherer Zeit mit, und in der kurzen Dauer des 60-Seiten-Romans wird jegliches Problem aus der Vergangenheit aufgearbeitet, es werden neue Freundschaften, Beziehungen und Ehen geschlossen, und das ganze endet in einer Friede-Freude-Eierkuchen-Welt.


Aber so muss es ja schliesslich auch sein. Anderweitig kann ich mir die 180 Millionen verkauften Exemplare nicht vorstellen. Wer liest schliesslich gerne Romane, die Probleme darstellen, einem zu denken geben, und lange Diskussionen über die jeweilige Geschichte zulassen?



Oh richtig... – Ich!

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Dr. Norden - Erfahrungsbericht

Etwas peinlich war es mir ja schon, als ich im Kiosk die Abteilung mit den Groschenromanen suchen musste. Erstaunt über die eher kleine Auswahl, musste ich mich sogar bücken, um die Ausgaben gründlich zu studieren, und mich schweren Herzens für eine zu entscheiden.

Das Cover sieht bei allen gleich aus: Grundfarbe blau mit wichtigen Dingen in rot. Den Titel sucht man erst einmal, bis man ihn ganz unten klein findet. Die wuchtige Dr. Norden Überschrift ist viel wichtiger.

Bis auf die verschiedenen Bilder von stereotyp schönen Frauen und Männern sehen sich alle Ausgaben ziemlich ähnlich. Eine Zusammenfassung sucht man vergeblich, wohl weil eh schon die ganze Geschichte erzählt wäre damit. Auf der Suche nach einer Inhaltsangabe findet man jedoch massenhaft Werbung – unter anderem für eine Dr. Norden Kreuzfahrt.

Als Literaturstudentin war es mir wirklich unangenehm, so ein Stück Literatur zu kaufen (2.90 CHF übrigens). Ich hatte das bestechende Gefühl, auf meiner Stirn sei riesengross „PHILOLOGIN“ eintätowiert und jeder sähe nun, was ich für Schundromane lesen würde. Doch nicht mal die Verkäuferin schaute mich schräg an, trotz der Tatsache, dass ich wohl geschätzte 60 Jahre unter der durchschnittlichen Dr-Norden-Käuferin bin.

Nungut, das Ding zu lesen war dann das andere... Ich fahre viel Zug und nutze die Zeit gerne, um literarische Meisterwerke zu verschlingen. Damit war es nun zu Ende. Ich setzte mich ins allerletzte Abteil des Zuges und nahm beschämt meine Dr. Norden Ausgabe hervor. Glücklicherweise sah das niemand! Schnell den Umschlag umknicken und die ersten paar Seiten lesen, damit es nach einem normalen Magazin aussieht. Aber wem wollte ich etwas vormachen, man sah immer noch deutlich, dass es sich um einen Groschenroman handelte, und ich spürte all die Blicke auf mir ruhen, wann immer ich im Zug zu lesen begann.

Ich hab mich danach erstmal mit zwei wahren Werken der Literatur belohnt:

Hallgrímur Helgason – „10 ráð til að hættaað drepa fólk og byrja að vaska upp“ (Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen). Ein wunderbarer Autor und ein echter Lesetipp für alle, die gerne die etwas andere Literatur mögen.

Ursula Giger / Jürg Glauser – „Niemandstal: Junge Literatur aus Island“. Perfekt für alle, die Island erst seit dem Ausbruch des Eyjafjallajökull kennen, und seit der Frankfurter Buchmesse wissen, dass es da oben doch tatsächlich auch Literatur gibt. In Niemandstal sind Geschichten von 16 isländischen Autoren enthalten, was einen wunderbaren Überblick über die Literaturszene Islands gibt.

Mit der Post kam meine neue Aufgabe

Weil das plüschige Flugvieh gerade in dieser grossen Stadt war und dort offenbar eine Beschäftigungstherapie für mich gefunden hatte, hatte sie mir diese in einem Brief geschickt.

Und da kommt meine neue Aufgabe:

Blanker, weisser Umschlag. Aber hinten guckt eine gehörnte Eule wie Kilroy hervor:


Bekifftes Gesicht, krummer Schnabel, fehlte nur noch das "Euli was here". Eulen sind zwar eigentlich überall, aber durch ihre meisterhafte Tarnung täuschen sie ihre wahre Meisterschaft vor, nämlich ihre völlige Abwesenheit. Und so sind alle Eulenarten entweder ausgestorben oder feiern auf der Roten Liste ihrem Untergang entgegen.

So, muss ich den Umschlag mal auftun!

Meeeeh, ich glaubs nicht! Ein Kritzelblöckchen für unterwegs!

Genau, so eins:                                *such*       *such*     da!

Aber: Keinerlei Anweisungen vom närrischen Vogel!

Doch, da ist eine. Auf einer Karteikarte im Format A8.013057 steht geschrieben:


Für die knallig bunten unter uns die Aufgabe in knallig bunter Schrift:



MACHE WÄHREND EINER WOCHE UNTERWEGS STÄNDIG KRITZELEIEN IM BLOCK!


Puh. Da steht nichts davon, dass ich darüber bloggen muss.

Also, dann mach ich mich mal an die Arbeit und werde tunlichst zu Hause bleiben!




Dann bis nächste Woche,

eure Schildkröte!












Oh, oh, da steht ja auf der Rückseite:




UND ZEIG SIE DANN IM BLOG! *GURR*

Montag, 24. Oktober 2011

Munich in Pictures II

Hallo Öiiileeeee & Mitleser,

ich habe pflichtschuldigst alle Dinge fotografiert:

1. EIN GELBES AUTO

"Die Dame wählt Mercedes-Benz."

Na. Jaa. *duck*


(Im Restaurant des Deutschen Museums.)

2. EIN STADTTIER




Trotz Pferdefuss gut unterwegs im Englischen Garten...

3. DAS WAPPEN VON MÜNCHEN

Den Mann im Bademantel hab ich hin und wieder mal gesehen. War nicht zu verfehlen.

4. DIE HIGHLIGHT TOWERS

Dafür musste ich zum Nordfriedhof fahren, einen kleinen Spaziergang unternehmen und das Gebäude ins beste Sonnenlicht rücken...


5. EIN STRASSENSCHILD

Diese Aufgabe war die Schwierigste. Es gibt tausende von Strassenschildern, aber welches soll ich fotografieren?

Wer kennt nicht die Brüder Löwenherz?

Ein anderer Kandidat wäre die "Lueg ins Land"-Gasse gewesen.

6. EINE STRASSENKARTE


Im Schaukasten links.

(OK und friss mich nicht, Euli. Das war ein billiger Versuch....)

Freitag, 21. Oktober 2011

Munich in Pictures

Hallo,

hier ist die weit gereiste Schildkröte.

Vor einer Stunde bin ich in München angekommen und sitze nun im Foyer dieser Jugendherberge. "Wombat Hostel" heisst es. Hoffen wir es, dass Schildkröte nicht als gebeuteltes Tier wieder nach Hause zurückkehren muss.

Die (°v°) hat mir folgenden Auftrag gegeben. Ich muss die Kamera entrosten, die Linse polieren und den Auslöser ölen. Und auf gehts!



MACHE WÄHREND DEINES AUFENTHALTES IN MÜNCHEN FOTOS, DIE FOLGENDES BEINHALTEN:

1. EIN GELBES AUTO

2. EIN STADTTIER

3. DAS WAPPEN VON MÜNCHEN

4. DIE HIGHLIGHT TOWERS

5. EIN STRASSENSCHILD

6. EINE STRASSENKARTE

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Und weiter gehts in der Kritik!

Kaum ist die letzte Aufgabe gelöst, hat mir das Panzertier schon die nächste gestellt. Aber wisst ihr was? Ich freue mich tierisch auf diese Aufgabe!!! Lest selbst:



BESORGE DIR EINEN BILLIGEN GROSCHENROMAN MIT EINEM EBENSO BILLIGEN INHALT. SCHREIBE EINE LITERATURKRITIK.


Ich als Literaturwissenschaftstudentin sprühe natürlich schon vor Euphorie! Passend zu meinem Studienfach der Nordischen Philologie habe ich mir mal eben einen Groschenroman von Dr. Norden geholt. Wie ich mich freue den zu lesen!

Jetzt habe ich erstmal das Vergnügen mich in die überaus tiefgründige Story des Romans zu stürzen um euch danach eine schöne Kritik dazu abzuliefern.

Vi sees!