Freitag, 2. Dezember 2011

Julbukken fra Gævle

Hei kjære lesere,

diese Schweden sind schon ganz komische Leute. Nicht nur werden sie von den Amis häufig für Schweizer gehalten, sondern auch ihre Sprache entspricht nicht dem, was ich mir gewohnt bin. Er rubb og stubb merkelig, ikke sant?

Nicht nur verkleiden sich Mädchen als Hexen und Knaben als Penner, und an Santa Lucia tritt alljährlich der Ku-Klux-Klan zusammen. Jede halbwegs nette Frau wird "Vill du fika?" gefragt, und noch mehr abstruse Dinge kann man bei satwcomic.com nachlesen. Das ist die Enzyklopädie über alles Skandinavische.1

Lang Rede krapp sinn, modige nordmenn!

Es geht um das Mysterium des Ziegen-Abfackelns. Jedes Jahr wird in Gävle eine rund sechs Meter hohe Ziegen-Figur aus Stroh aufgestellt und dekoriert.

Und fast jedes Jahr wird in Gävle eine rund sechs Meter hohe Ziegen-Figur aus Stroh angesteckt und niedergebrannt.

Genauso wie der sonst darbende Fremdenverkehr Gävles zu 999 Promille von diesen tierunfreundlichen Spektakel genährt wird2, hängt mein Ruf als mässig erfolgreichem Bohémien entscheidend davon ab, dass meinem Bleistift gute Striche und meiner Kamera gute Aufnahmen gelingen.

Wohl bekomms! Und das ist jetzt meine Aufgabe:

Meine Aufgabe jetzt wird es sein...

...DEN KLEINEN, IN CHINA GEZEUGTEN BRUDER VON JULEBUKKEN MIT DEM LODERNDEN FEUER ZU VEREINIGEN UND DIESE TAT FOTOGRAFISCH FESTZUHALTEN!

   Julbukken med linser

Als erstes werde ich mir ein Storyboard zeichnen, denn ich habe ja noch Zeit bis sich der grosse Bruder in Gävle in Rauch auflöst...




Hjertelig hilsen,

skilpadden!


1 Man versteht dort ohne grosse Mühe, warum die Norweger als die wahrhaftigen, die Färöer als die wahrhaftigeren und die Isländer als die wahrhaftigsten aller Skandinavier gelten. Über die Kaltland-Ungaren und die anderen verlieren wir hier keine Worte mehr.
2 In der norwegischen Wikipedia ist der Artikel "Gävle" exakt 40 Worte lang. Trotz 92'000 Einwohnern. Und einer bis 1442 zurückreichenden Geschichte. Man sieht nicht, warum Gävle auch nur von einer müden Eule bewohnt sein sollte.

Dort ist ausser brennenden Ziegen
wahrhaftig nix zu kriegen.
Oder die norwegsche Wikipedia ist schuld,
ereifer' ich mich in übler Ungeduld!

Dienstag, 29. November 2011

Viele bunte, geordnete Farben!

Meinen Rubik's Cube hatte ich vor einigen Jahren mal irgendwo auf einem Trödelmarkt für ein paar Groschen erstanden. Ich habe mir immer gesagt 'Irgendwann wirst du den lösen..!' Daraus sind nunja, ein paar Jahre geworden, bis mich die böse (im Nachhinein die liebe) Schildkröte dazu gezwungen hat.

Ich hab mir den am Anfang Cube auf den Tisch gestellt, morgens etwas rumgedreht, abends weiter rumgedreht. Ein paar Tage lang. Aber irgendwie wurde er nur immer bunter anstelle der schön geordneten neun Seiten die ich mir so sehnlich gewünscht hätte...

Mir war bewusst, dass es irgendwelche Methoden gibt, um den Würfel einfach zu lösen. Also habe ich etwas gegoogelt. Da kamen unmengen an Ergebnissen - hauptsächlich Berichte von Leuten, die den Cube in wenigen Sekunden lösen konnte. Na danke, schöne Motivation für mich...

Nach einigen erfolglosen Versuchen habe ich mich an youtube gewandt. Natürlich gabs auch da unzählige Suchresultate. Gestartet habe ich mit einer Trilogie von einem sympathischen Herrn, der jeden Schritt genau erklärt. Bis zum allerletzten Schritt hat es immer super geklappt, aber irgendwie habe ich es immer geschafft, den letzten Schritt völlig zu verhunzen. Nach drei Neuanfängen habe ichs aufgegeben und bin schlafen gegangen. 

Am nächsten Morgen wollte ich nur kurz vor der Uni noch einmal einen Versuch starten. Der zweite nette Herr mit den langen Fingernägeln konnte mir schliesslich helfen. Hier hats auf Anhieb geklappt! So glücklich war ich schon lange nicht mehr in der Uni!

Lobpreiset die Eule (und die kleinen Helferchen auf youtube)!!!



Donnerstag, 24. November 2011

Löcher

Seit einigen Monaten Wochen verfüge ich eigentlich über eine neue Aufgabe. Ich habe sie noch gar nicht beschrieben gehabt. Noch nicht einmal.

Die Eule guckt mich löchernd an, hackt auf meinem Panzer herum und hat sich sodann in meiner Vorratskiste ausgebreitet.

Seither weiss ich: In der Not pickt die Eule auch Reiskörner. Und die sind bald alle.

Um nicht bald zu verhungern habe ich mir die neue Aufgabe mal angeschaut. Für genug Ruhe gesorgt, die Eule an die kalte Luft rausgestellt, diesen Text ausgedruckt, und mit der Analyse begonnen:

SCHREIBE EINEN ESSAY ÜBER KURT TUCHOLSKYS "ZUR SOZIOLOGISCHEN PSYCHOLOGIE DER LÖCHER"!

Ein schönes Mindmap ist bis jetzt entstanden. Da, Eule, guck. *gurr*.

Den Text findet man übrigens hier.

Sonntag, 20. November 2011

Rubik's Cube

Dank meiner Vorliebe für bunte Farben und unmögliche Dinge, hat mir die Schildkröte schon die nächste Aufgabe auf meinen drehbaren Hals aufgehalst:



LÖSE DEN
RUBIK'S CUBE!


Phuu... Na denn, versuche ich mich mal daran. Ich darf übrigens erst die Hilfe des lieben Internets annehmen, wenn ich mir an der Aufgabe den Schnabel ausgebissen habe, hat die Kröte gesagt... 

Falls jemand mitspielen möchte, hab ich hier kurz meine Ausgangslage aufgemalt. Vielleicht ist jemand von euch ja so super und kann das kurzerhand nachkonstruieren und lösen..!

Mittwoch, 16. November 2011

Tierisch gut!

Die Sau hat mir doch glatt die Ente vom Teich vertrieben, maulte der Fisch...






Mein Zoo ist putzmunter und gefrässig, muss ihn wohl bald mal als Altpapier entsorgen, wenn ich die hohen Haltungskosten nicht mehr tragen kann... Hat jemand Interesse an einer arroganten Ente, einem aufgeblasenen Fisch und einer altersschwachen Sau? Bitte melden!

Donnerstag, 10. November 2011

Doodle-di-daa, Doodle-di-duuh...

So, da die Schildkröte nach all den Gewissensbissen seine Aufgabe erledigt hat, darf ich nun die Früchte meiner Arbeit der Öffentlichkeit präsentieren.

Zuerst gings mal darum, die Packliste ex post facto zu schreiben.


Vor der Erfindung der Rollkoffer galt die eherne Regel:
  1. Auf die Packliste kommt nur, was absolut notwendig ist.
  2. Nimm die Hälfte davon mit, mehr findet im Gepäck sowieso keinen Platz.
Auf zum nächsten Bild.


Könnt ihrs Lesen? Dann ists ja gut. :)


Man sieht angeblich, dass ich rechnen kann.


Diese zwei Typen kennt ihr. Sie sind gefährlich und auf der Flucht.


So stelle ich mir meine Frührente vor. Fehlt eigentlich die Schiffsanlegestelle, sonst vereinsame ich total. Und die Eule auf der Palme macht auch nur "Gurr". Wenn man einen Kieselstein hochwirft. *pock*

Ja.

Im Zoo!

So, da die Eule all ihre Aufgaben immer sehr gewissenhaft erledigt, darf ich mich nun schon an die Bewältigung der nächsten machen:


FALTE DREI  
ORIGAMI-TIERE!


Na das tu ich doch von Herzen gerne! *Anleitungen such* Bis bald! *mal eine Packung Papier such*

Montag, 7. November 2011

Lost

Ich bin am suchen und suchen.

Und ich finde den Kritzelblock, den ich irgendwann vollgekritzelt und eingescannt hier zeigen sollte, nicht mehr.

Also habe ich eine neue Aufgabe erhalten, denn die Eule meint es gut mit mir:


FINDE DAS SCHEISS HEFTLI!!!


Na, ein Heft ist es eigentlich nicht. Sondern ein Blöckli.

Also, muss mal weitersuchen. Und ich glaube langsam an die Existenz von diebischen Kobolden.


Frustrierte Grüsse,

die Suchschildkröte.

Devils Kitchen

Ich würde ja sagen, ich habe die Aufgabe mit Bravour bestanden, aber ich überlasse euch jetzt mal die Verurteilung meines Essens (Grundrezept war eine Minestrone, ich habs dann ein wenig abgeändert...)!


Ich würde behaupten, dass da folgende Farben drin sind:
  • Karotten - #ff6633
  • Sellerie - #ffcccc
  • Kartoffeln - #cc9999
  • Zwiebeln - #cccccc
  • Tomaten - #cc3300
  • Kohl - #999966
  • Lauch - #999999
  • Cervelat - #cc6633
  • Pasta Älgar - #663333
So, fürs Erste sollte das mal gut sein an Farben, oder? Aber nach dem Essen müssten es ja auch noch sieben Farben sein, habe ich so gehört von der kleine Schildkröte...  Also nochmal ran an den Speck! *Farbtabelle hervorkram*


Und zur genaueren Analyse noch das hier...


  • Kartoffeln - #996633
  • Pasta Älgar - #663333
  • Kohl - #663300
  • Minestrone Nudeln - #8f592a
  • Sellerie - #925d31
  • Tomaten - #990000
  • Karotten - #993300
  • Cervelat - #7b2d19
Zwiebeln und Lauch konnten leider nach dem Kochen kaum mehr ausfindig gemacht werden... Genauso wie die Hühnerbrühe und das Tomatenpüree. Hat sich wohl im Gemüse versteckt!
    Hab ich doch super gemacht, nicht wahr? Sind nämlich schlussendlich sogar acht Farben! Und mit all den Nuancen des Gemüses, könnte man sich hier bis in die Unendlichkeit verlieren! Aber ich esse jetzt erstmal...

      Samstag, 5. November 2011

      Buntes Essen

      Die Skilpadde hat mir eine neue Aufgabe gegeben:





      KOCHE ETWAS, DAS MINDESTENS 
      SIEBENFARBIG IST UND IM 
      SELBEN TOPF GEKOCHT WURDE!



      Na denn, ran an die Töpfe.

      Freitag, 28. Oktober 2011

      Dr. Norden - Literaturkritik

      Literaturkritik – Dr. Norden – Nr. 223

       
      Es gibt immer einen Ausweg

      Franzi fasst mit Dr. Nordens Hilfe wieder Mut


      „35 Jahre“ prangt gross auf dem schlichten, blau roten Cover des Dr. Norden Romans. Und auch die Aussage der „Über 180 Millionen verkaufte[n] Exemplare“ lässt mich Grosses erahnen.


      Am Anfang lernt man Franziska Rühl kennen. Sie ist morgens früh in der S-Bahn auf dem Weg zu Dr. Norden. Zwischen Männern und Burschen eingezwängt, von Knoblauchdunst und lauten Stimmen umgeben, kippt das labile Mädchen schliesslich zusammen. Die taffe junge Frau in Jeans und Pelzjacke kümmert sich um die ohnmächtige Franzi und weist die neugierigen Gaffer forsch zurück. Sie stellt sich als medizinisch technische Assistentin Anna Franke heraus und lässt einen Notarzt kommen. Der junge Notarzt stellt sich ungeschickt an, und wird von Anna zur Schnecke gemacht. Franzi wird in die Behnisch-Klinik gebracht, wo Anna arbeitet.


      Dr. Norden und seine reizende Hilfe Loni machen sich währenddessen schon grosse Sorgen um Franzi. Kurz darauf wird Dr. Daniel Norden auch schon von Dieter Behnisch in die Klinik bestellt. Worauf sich Loni auch schon herzlichst nach Franzi erkundigt „Was ist mit dem Dirndl?“.


      So nimmt die Geschichte ihren Lauf, und man hat schon die wichtigsten Figuren kennengelernt. Franziska Rühl, als das „arme Hascherl“ das vom Pech verfolgt wird, und nur auf eine Erlösung von irgendwem hofft. Und schon trifft Anna Franke in ihr Leben. Die unübersehbare Namensähnlichkeit mit der Hoffnungsträgerin Anne Frank ist hierbei wohl auch kein Zufall. Der Notarzt Dr. Volker Dietz als Retter in Not, und sowieso als Arzt, lässt immer Hoffnung keimen, wo immer er auch auftauchen mag. Und auch Dr. Norden, der stets alles wieder gerade biegt, wie sonst könnte man auch über 1500 Romane mit seinem Titel verfassen?!


      Das arme Hascherl Franzi verbringt nun einige Tage in der Klink um sich wieder zu erholen, baut dabei mit Anna eine herzensbrecherisch schöne Freundschaft auf. Es stellt sich heraus, dass Franzi bald keine Wohnung mehr hat, und sowieso schon lange kein Geld mehr, weil ihre Eltern nichts mehr bezahlen und sie keine Arbeit mehr hat. Anna nimmt sie natürlich selbstlos bei sich auf.


      Franzis Leben wird bestimmt durch die Liebe zu ihrer Geige. Per Zufall lernt sie dann auch den Markus Wagreiter, Enkel ihres Geigenbauers, kennen, der ihr viel Geld bietet, damit die Geige wieder zurück in die Familie kommt. Franzi will die Geige natürlich nicht verkaufen, da sie ihr sehr wichtig ist. Also verlieben sich die beiden ineinander und so kommt die Geige schlussendlich doch in seine Familie zurück.


      Auch Anne, die anfangs noch behauptete, sie würde nie heiraten wollen, hat sich unsterblich in den Notarzt Dr. Dietz verliebt, den sie zu Beginn noch schroff zurückwies, weil er ja so jung und unerfahren war. Doch dann bekommt er eine Praxis – zufälligerweise im selben Dorf wo Markus wohnt.


      Alles läuft super im Leben der Figuren, Franzis Mutter will sich sogar von ihrem Ehemann scheiden lassen, dieser verstirbt jedoch am Tag nach der Ankündigung. Selbst bei dieser Angelegenheit stecken alle unter einer Decke und halten wie eine grosse, heile Familie zusammen.


      Schlussendlich heiratet Anne ihren Volker Dietz und sie führen die Praxis auf dem Lande gemeinsam. Ein halbes Jahr später heiratet auch Franzi ihren Markus und wohnt somit wieder in der Nähe ihrer Busenfreundin Anne. Alle sind glücklich und zufrieden, und wie es so kommen muss, Anne wird schwanger. Ein halbes Jahr darauf passiert das auch bei Franzi. Schnulzigerweise tauft Anne ihr Kind nach Franzis Ehemann, das Kind heisst somit Markus Dietz. Und auch Franzi gibt Anne die Ehre und die kleine Anna Wagreiter erblickt ein halbes Jahr später das Licht der Welt.


      Ich muss ehrlich sagen, ich habe nicht viel erwartet von dieser Lektüre. Doch ich glaube, ich darf ehrlich sagen, selbst meine geringen Erwartungen wurden bei weitem untertroffen.


      In den ersten paar Sätzen lernt man die Hauptfigur kennen, ein armes, mitleiderregendes Mädchen. Schon bald wird einem klar, dass sie die Opferrolle übernimmt in der Geschichte. Die gute Seite wird durch all die Leute von der Klink dargestellt. Sie alle helfen dem armen Mädchen, päppeln sie wieder auf, und durch die Klinik lernt sie auch ihren späteren Ehemann kennen. Ihr Vater spielt die böse Rolle, er hat seine Ehefrau betrogen, ist mit einer Anderen abgehauen, hat Franzi nie Geld gegeben, und hat sie somit in die ganze Situation getrieben. Er erhält jedoch dann auch seine gerechte Strafe, indem sich zuerst seine Frau von ihm scheiden lassen will, seine neue Freundin ihn verlässt und er dann auch gerade noch abkratzt, als er alles bezahlen sollte.


      Somit ist auch bei diesem Arztroman die grundlegende Struktur der Trivialliteratur erfüllt (Opfer – Gut – Böse). Sobald sich irgendwo ein Problem, oder eine Schwierigkeit ergibt, kommt garantiert eine Person aus der Gut-Fraktion und bringt schnell eine perfekte Lösung für die Schwierigkeit.


      Die Figuren bringen meist Probleme aus früherer Zeit mit, und in der kurzen Dauer des 60-Seiten-Romans wird jegliches Problem aus der Vergangenheit aufgearbeitet, es werden neue Freundschaften, Beziehungen und Ehen geschlossen, und das ganze endet in einer Friede-Freude-Eierkuchen-Welt.


      Aber so muss es ja schliesslich auch sein. Anderweitig kann ich mir die 180 Millionen verkauften Exemplare nicht vorstellen. Wer liest schliesslich gerne Romane, die Probleme darstellen, einem zu denken geben, und lange Diskussionen über die jeweilige Geschichte zulassen?



      Oh richtig... – Ich!

      Donnerstag, 27. Oktober 2011

      Dr. Norden - Erfahrungsbericht

      Etwas peinlich war es mir ja schon, als ich im Kiosk die Abteilung mit den Groschenromanen suchen musste. Erstaunt über die eher kleine Auswahl, musste ich mich sogar bücken, um die Ausgaben gründlich zu studieren, und mich schweren Herzens für eine zu entscheiden.

      Das Cover sieht bei allen gleich aus: Grundfarbe blau mit wichtigen Dingen in rot. Den Titel sucht man erst einmal, bis man ihn ganz unten klein findet. Die wuchtige Dr. Norden Überschrift ist viel wichtiger.

      Bis auf die verschiedenen Bilder von stereotyp schönen Frauen und Männern sehen sich alle Ausgaben ziemlich ähnlich. Eine Zusammenfassung sucht man vergeblich, wohl weil eh schon die ganze Geschichte erzählt wäre damit. Auf der Suche nach einer Inhaltsangabe findet man jedoch massenhaft Werbung – unter anderem für eine Dr. Norden Kreuzfahrt.

      Als Literaturstudentin war es mir wirklich unangenehm, so ein Stück Literatur zu kaufen (2.90 CHF übrigens). Ich hatte das bestechende Gefühl, auf meiner Stirn sei riesengross „PHILOLOGIN“ eintätowiert und jeder sähe nun, was ich für Schundromane lesen würde. Doch nicht mal die Verkäuferin schaute mich schräg an, trotz der Tatsache, dass ich wohl geschätzte 60 Jahre unter der durchschnittlichen Dr-Norden-Käuferin bin.

      Nungut, das Ding zu lesen war dann das andere... Ich fahre viel Zug und nutze die Zeit gerne, um literarische Meisterwerke zu verschlingen. Damit war es nun zu Ende. Ich setzte mich ins allerletzte Abteil des Zuges und nahm beschämt meine Dr. Norden Ausgabe hervor. Glücklicherweise sah das niemand! Schnell den Umschlag umknicken und die ersten paar Seiten lesen, damit es nach einem normalen Magazin aussieht. Aber wem wollte ich etwas vormachen, man sah immer noch deutlich, dass es sich um einen Groschenroman handelte, und ich spürte all die Blicke auf mir ruhen, wann immer ich im Zug zu lesen begann.

      Ich hab mich danach erstmal mit zwei wahren Werken der Literatur belohnt:

      Hallgrímur Helgason – „10 ráð til að hættaað drepa fólk og byrja að vaska upp“ (Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen). Ein wunderbarer Autor und ein echter Lesetipp für alle, die gerne die etwas andere Literatur mögen.

      Ursula Giger / Jürg Glauser – „Niemandstal: Junge Literatur aus Island“. Perfekt für alle, die Island erst seit dem Ausbruch des Eyjafjallajökull kennen, und seit der Frankfurter Buchmesse wissen, dass es da oben doch tatsächlich auch Literatur gibt. In Niemandstal sind Geschichten von 16 isländischen Autoren enthalten, was einen wunderbaren Überblick über die Literaturszene Islands gibt.

      Mit der Post kam meine neue Aufgabe

      Weil das plüschige Flugvieh gerade in dieser grossen Stadt war und dort offenbar eine Beschäftigungstherapie für mich gefunden hatte, hatte sie mir diese in einem Brief geschickt.

      Und da kommt meine neue Aufgabe:

      Blanker, weisser Umschlag. Aber hinten guckt eine gehörnte Eule wie Kilroy hervor:


      Bekifftes Gesicht, krummer Schnabel, fehlte nur noch das "Euli was here". Eulen sind zwar eigentlich überall, aber durch ihre meisterhafte Tarnung täuschen sie ihre wahre Meisterschaft vor, nämlich ihre völlige Abwesenheit. Und so sind alle Eulenarten entweder ausgestorben oder feiern auf der Roten Liste ihrem Untergang entgegen.

      So, muss ich den Umschlag mal auftun!

      Meeeeh, ich glaubs nicht! Ein Kritzelblöckchen für unterwegs!

      Genau, so eins:                                *such*       *such*     da!

      Aber: Keinerlei Anweisungen vom närrischen Vogel!

      Doch, da ist eine. Auf einer Karteikarte im Format A8.013057 steht geschrieben:


      Für die knallig bunten unter uns die Aufgabe in knallig bunter Schrift:



      MACHE WÄHREND EINER WOCHE UNTERWEGS STÄNDIG KRITZELEIEN IM BLOCK!


      Puh. Da steht nichts davon, dass ich darüber bloggen muss.

      Also, dann mach ich mich mal an die Arbeit und werde tunlichst zu Hause bleiben!




      Dann bis nächste Woche,

      eure Schildkröte!












      Oh, oh, da steht ja auf der Rückseite:




      UND ZEIG SIE DANN IM BLOG! *GURR*

      Montag, 24. Oktober 2011

      Munich in Pictures II

      Hallo Öiiileeeee & Mitleser,

      ich habe pflichtschuldigst alle Dinge fotografiert:

      1. EIN GELBES AUTO

      "Die Dame wählt Mercedes-Benz."

      Na. Jaa. *duck*


      (Im Restaurant des Deutschen Museums.)

      2. EIN STADTTIER




      Trotz Pferdefuss gut unterwegs im Englischen Garten...

      3. DAS WAPPEN VON MÜNCHEN

      Den Mann im Bademantel hab ich hin und wieder mal gesehen. War nicht zu verfehlen.

      4. DIE HIGHLIGHT TOWERS

      Dafür musste ich zum Nordfriedhof fahren, einen kleinen Spaziergang unternehmen und das Gebäude ins beste Sonnenlicht rücken...


      5. EIN STRASSENSCHILD

      Diese Aufgabe war die Schwierigste. Es gibt tausende von Strassenschildern, aber welches soll ich fotografieren?

      Wer kennt nicht die Brüder Löwenherz?

      Ein anderer Kandidat wäre die "Lueg ins Land"-Gasse gewesen.

      6. EINE STRASSENKARTE


      Im Schaukasten links.

      (OK und friss mich nicht, Euli. Das war ein billiger Versuch....)

      Freitag, 21. Oktober 2011

      Munich in Pictures

      Hallo,

      hier ist die weit gereiste Schildkröte.

      Vor einer Stunde bin ich in München angekommen und sitze nun im Foyer dieser Jugendherberge. "Wombat Hostel" heisst es. Hoffen wir es, dass Schildkröte nicht als gebeuteltes Tier wieder nach Hause zurückkehren muss.

      Die (°v°) hat mir folgenden Auftrag gegeben. Ich muss die Kamera entrosten, die Linse polieren und den Auslöser ölen. Und auf gehts!



      MACHE WÄHREND DEINES AUFENTHALTES IN MÜNCHEN FOTOS, DIE FOLGENDES BEINHALTEN:

      1. EIN GELBES AUTO

      2. EIN STADTTIER

      3. DAS WAPPEN VON MÜNCHEN

      4. DIE HIGHLIGHT TOWERS

      5. EIN STRASSENSCHILD

      6. EINE STRASSENKARTE

      Donnerstag, 20. Oktober 2011

      Und weiter gehts in der Kritik!

      Kaum ist die letzte Aufgabe gelöst, hat mir das Panzertier schon die nächste gestellt. Aber wisst ihr was? Ich freue mich tierisch auf diese Aufgabe!!! Lest selbst:



      BESORGE DIR EINEN BILLIGEN GROSCHENROMAN MIT EINEM EBENSO BILLIGEN INHALT. SCHREIBE EINE LITERATURKRITIK.


      Ich als Literaturwissenschaftstudentin sprühe natürlich schon vor Euphorie! Passend zu meinem Studienfach der Nordischen Philologie habe ich mir mal eben einen Groschenroman von Dr. Norden geholt. Wie ich mich freue den zu lesen!

      Jetzt habe ich erstmal das Vergnügen mich in die überaus tiefgründige Story des Romans zu stürzen um euch danach eine schöne Kritik dazu abzuliefern.

      Vi sees!

      Der geschichtete Kaffee

      So, liebe Schildkröten- und Eulenbeobachter vom Tierschutzverein,


      Wir hoffen, dass ihr euch nicht allzuviel Sorgen gemacht habt um unsere Gesundheit. Wir leben beide noch, bei der Eule bin ich mir nicht so sicher. Die ist heute noch nicht gurrend vorbeigeflattert.

      Nachdem ich die Eule dazu bringen konnte, ein Spiel von anno 1983 auszugraben und zu spielen hatte die Eule ihre süsse Rache ausgeteilt. Ich musste einen *hüstel* schön geschichteten Latte Macchiato herstellen. Von Trinken hatte sie zum Glück nichts gesagt.

      Die Erhabenheit meines Kaffeegeschmackes reicht zwar nicht bis zum bekannten Begründer der türkischen Kaffeekultur zurück, dem Serifen von Al-Kali, aber den Unterschied zwischen meiner nächtlichen Stärkung (Standardplörre "Nescafé all'italiana", 3 Pillen Saccharin, Kaffeerahm) und einem Latte Macchiato kenne ich durchaus.

      Also, da musste ich zuerst mal die Materialien besorgen. Zu Hause hatte ich alles.

      Ausser Milch.

      Dann besorgte ich mir eben mal Milch, Steaks, Chips und Käse. Die anderen Dinge eben für den Fall, dass der Rat der weisen Eule missrät und ich meine Kalorien auf andere Weise einnehmen muss.


      Also: Mis-en-place.



      Zuerst die Milch.
      La dolce vita.


      Schildkröti testet schon mal die Grösse des Glases & he doesn't like it. Eule gluckst dabei.


      Mein Nektar.


      Nach der hektischen Schaumschlägerei in der heissen Milch hatte ich schon einen ersten Erfolg. Bis ganz oben mit Schaum füllen. Bald hatte ich es geschafft, den Gipfel der Schaumgebirge erklommen:






      Messbecher und einen Trichter, um den Bohnensaft vorsichtig hineinzuträufeln...

      Und dann die Blinddegustation. Dieser Job fällt von Natur aus der Eule zu:


      *örgs*

      Es schmeckte gaaaar nicht gut. Kann wohl daran liegen, dass in der Kaffeedose auch noch ein Rest "milder Kaffee" der Deutschen Extrakt-Kaffee-Gesellschaft war, den meine Mutter mal im Aldi oder Lidl fand. "Fürchte deine Mutter und ihre Geschenke" murmelte Vergil entmutigt und zog von dannen.


      Eben. Nicht jeder Kaffee schmeckt mir, egal ob tall oder grande.


      Bis später wieder, eure

            .==.
         __/-^-^\
        (' )^-^-^\)
         `^UU^^UU^

      Sonntag, 16. Oktober 2011

      Krötis erste schwere Prüfung

      Und ich weiss nicht, wie ich sie schaffen kann. Ich kann um 23:30 Hackfleischkrampfen braten, um 1:15 Champignons-Pastetchen servieren, um 3:30 Uhr Kaffee machen.

      Aber was das obskure Nachtschattenfedervieh von mir verlangt:


      MACHE EINEN SCHÖN GESCHICHTETEN LATTE MACCHIATO!


      Arghl.

      Digger it to the ground!

      Ich habs geschafft!

      Doch zurück zum Anfang: Zuerst musste ich rausfinden, wie ich das Spiel überhaupt Spielen konnte. 1983 ist lange her, mich gabs damals noch nicht mal, und die PCs haben seither auch ein paar kleine Fortschritte gemacht.

      Also habe ich mal ganz einfach gegoogelt. Glücklicherweise gabs so liebe Menschen, die eine Java-Version von Digger online stellten. Doch die böse Kröte (ja genau, so eine dicke, fette Kröte, die den lieben langen Tag nur auf ihrem dicken, warzigen Hintern hockt und alles und jeden anquakt, der es wagt, ihr Territorium zu betreten) hat mir verboten, diese Version zu spielen, da es Java ja erst seit 1995 gibt...

      Eule: darf ich die java version spielen?
      Schildkröte: nein.
      Eule: arsch.

      Nach einem ganz lieben Hinweis, es doch mit der DOSBox zu versuchen, hatte ich Erfolg und konnte meinen spielerischen Ergüssen freien lauf lassen. Nach einigen Spielrunden hatte ich das Spiel kennegelernt und mir eine gute Taktik vorgenommen. Doch das erste, was sein musste: STELL DEN VERDAMMTEN TON AB!!! Ich mag ja Oldschool Musik. Ich mag auch alte Songs und so, aber nicht dauernd wiederholt, während ich doch fleissig Punkte sammeln sollte! Also, Ton weg, und weiter spielen.

      Die ersten Versuche endeten bei rund 1'000 Punkten. Juhu, nur noch zehn Mal mehr und ich habs. So langsam arbeitet ich mich an die 3'000 Punkte ran. Irgendwann zwischendurch hatte ich ernsthafte Angst, ich würde bald neben meinem Stuhl am Boden liegen und aus dem Mund schäumen. Die Musik (ja sie klang noch immer in meinem Kopf weiter...) und die Farben dazu, wer braucht da noch Drogen?! Irgendwann hatte ich genug, mein Herz raste, ich war wütend und wollte am liebsten alles zum Fenster raus werfen.

      Eule: ich hoffe du weisst, dass ich dich jetzt schon verfluche für diese aufgabe.

      Nach gut gemeinten Kommentaren wie "Wenn du beim ersten Level 6'000 Punkte schaffst, bist du schon fast so gut wie ich" verspürte ich die dringende Notwendigkeit, das Schalentier zu knacken und bei lebendigem Leibe zu braten. Ich Mörderin.

      Nach weiteren erfolglosen Versuchen habe ichs vorerst aufgegeben. Ich mochte nicht mehr, ich war wütend und ich musste mich ablenken. Nach einiger Zeit hatte ich mich beruhigt, doch die Aussage der Kroutentunte brachte mich sofort wieder in Rage.

      Schildkröte: du darfst auch scheitern bei deiner aufgabe
      Schildkröte: aber dann zupf ich dir eine arschfeder aus
      Eule: und ich übergiesse dich mit teer und tu dich federn mit arschfedern und klabausterbeeren

      Phuu, war ich wütend! Also wieder ran an das doofe Spiel und spielen als obs kein Morgen gäbe! Nach endlosen Versuchen, vielen Enttäuschungen und einigen Wutausbrüchen meinerseits, brachte ich es iiirgendwie zustande. Fragt mich nicht wie, aber ich habs geschafft!

      Eule: FUCKING JEAH
      Eule: I DID IT!!!
      Eule: JEAH
      Eule: VERDAMMTE SCHEISSE

       Meine Güte was war ich glücklich. Zwischendurch zweifelte ich doch ernsthaft an unserem Blog-Projekt, doch die Genugtuung und die Glückshormone die gerade meine Körper durchfuhren, waren all die Wutsausbrüche wert!

      Und nun noch zum Beweis dass ich es wirklich geschafft habe meine Sagenhaften 11'375 Punkte:



      (°v°)     *gurr*

      Freitag, 14. Oktober 2011

      Eules erste Aufgabe!

      Phu nun ist es also soweit, das Ganze hier nimmt seinen Anfang! Und natürlich, wie soll es auch anders sein, die tapfere und mutige Eule beginnt mit der ersten Aufgabe von Schildkröti. Sie lautet wie folgt:



      SPIELE DIGGER IN DER
      ORIGINALVERSION VON 1983
      BIS DU 10'000 PUNKTE HAST!

      Ohje..! Ich hab mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Nungut, ich mag Spiele und ich werde spielen! Ich habe jetzt also eine Woche lange Zeit, um euch darüber zu unterhalte, wie ich das gemeistert habe, ob ich Erfolg hatte, oder ob ich eine bittere Niederlage einstecken musste.

      Ihr werdet von mir hören, für mich heisst es jetzt - ab in den Stollen!

      Donnerstag, 22. September 2011

      omek! - Und wer sind wir überhaupt?

      (Die Schildkröte legt Wert drauf, dass die "Kröte" im vorherigen Beitrag eine Schildkröte ist. Meine Partnerin, die Eule, ist schliesslich auch keine Beule.)

      Was wir euch bieten ist ein zäher Kampf. Auch ich schenke dieser Eule rein gar nichts. Nicht mal die Federn, die sich in meinem Kopfkissen befinden und von unserer letzten, leider nicht publikationsfähigen Auseinandersetzung stammen.

      Lasst mich soviel verraten: Wir sind zwar beide studierte Leute, aber uns mangelts an praktischer Lebenserfahrung. Wir wollen wissen, wie sich Schmerz anfühlt und was Demütigung ist. Natürlich sind wir nur so fies wie es die blogspot-Regeln erlauben.

      Wir kommen aus ganz verschiedenen Bereichen. Die plüschig aufgeplusterte Eule ist aus der Schweiz, das langsame Tier mit dem Hornhaut-Problem auf dem Rücken kommt hingegen aus einer Zone, die nur mit zweifelhafter Berechtigung zur Schweiz gehört. Ich Naturwissenschafter, was sie ist, das kann ich schlecht erklären. Sie studiert zwei Dinge. Das verwirrt mich.

      Wir haben uns vor rund neun Jahren in einem Chat kennengelernt, einander nie gesehen, und weil das ja eine sooo lange Zeit ist, wollen wir unsere Nerven mal richtig auf die Probe stellen. Vielleicht werdens nochmals neun Jahre.


      Bis zu unserem nächsten Beitrag,


      Kroutenturtle.

      Montag, 19. September 2011

      omek! - Was tun wir hier bloss?!

      Willkommen auf unserem Blog!


      Wir - eine Kröte und eine Eule - werden uns hier gegenseitig nichts schenken! Um uns gegenseitig zu belustigen und herauszufordern, haben wir beschlossen, uns gegenseitig Aufgaben aufzuhalsen. Diese Aufgaben werden dann hier gepostet und natürlich deren Ergebnisse aufgezeigt. Ein Erfahrungsbericht dazu wird hoffentlich auch immer erscheinen, je nach dem wie lustig oder spektakulär die Erfüllung der Aufgabe gewesein sein mag.

      Viel Spass beim Mitverfolgen unserer (Schand-)Taten und besucht uns weiterhin oft und viel!

      Eule